Kunstposter: Gustav Klimt Il Bacio

Der Künstler Gustav Klimt

Gustav Klimt wurde am 14.07.1862 in der damaligen Wiener Vorstadt geboren und starb am 06.02.1918 in Wien-Neubau. Der österreichische Maler zählt zu de berühmtesten Vertretern des Jugendstils in Wien, der auch als Wiener Secession bekannt ist.
Zu Lebzeiten des Künstlers wurde er von den einen geliebt, von den anderen ignoriert oder gar verachtet. Die Wiener Gesellschaft der Jahrhundertwende schätzte ihn jedoch wegen der erotischen Ausstrahlung seiner weiblichen Porträts.
Gustav Klimt zählt heute jedoch auch über die Grenzen Österreichs hinaus zu den bedeutendsten Künstlern.
Aufgrund der statischen Flächenhaftigkeit vieler seiner Werke gilt er heute als richtungsweisend für die Entwicklung der modernen Malerei, insbesondere des Kubismus und der abstrakten Malerei.

Gustav Klimt Il Bacio

Bildbeschreibung

Eines seiner wohl bekanntesten Werke ist „Il Bacio“, oder oftmals auch als „Der Kuss“ bekannt.
Das Gemälde entstand 1908 und zählt somit zu Klimts goldener Phase während des allgemeinen Jugendstils. Gesellschaftsgeschichtlich war dies die Zeit der Belle Époque, in der das einfache Bürgertum begünstigt durch die Industrialisierung zu Freiheit und Reichtum gelangte.
In diese Welt, in der eine kulturelle Verarmung befürchtet wurde, schuf Klimt dieses Kunstwerk mit seiner Ornamentik und Pracht.
Gemäß der Goldenen Phase von Klimt ist die vorherrschende Materialwirkung die Nichtfarbe Gold, was dem Betrachter sofort ins Auge springt.
Mit dem Einsatz dieser Farbe stellt der Künstler eine Assoziation mit Religion auf der einen Seite und reinem Materialismus auf der anderen her. Allgemein lässt es das Bild sehr wertvoll und besonders wirken.
„Der Kuss“ von Klimt ist aufgrund seiner hohen Verbreitung durch zahlreiche Replikationen sehr populär und bekannt. Verglichen hiermit ist seine kunstgeschichtliche Rezeption relativ gering.

Interpretation des Gemäldes

Dennoch beschäftigten sich viele verschiedene Personen mit der Interpretation dieses Werkes.
Es gibt die Annahme, dass das Paar Klimt und seine Lebensgefährtin Emilie Flöge darstellt oder einfach als Allegorie der Liebe steht.
Unumstritten ist jedoch, dass dieses Gemälde von großer Bedeutung für Diskussionen und Abhandlungen über die Wiener Secession ist, sowie für den Idealismus dieser Zeit und natürlich die Sammlung von Frauenbildnissen Klimts.
Einige Kunsthistoriker nahmen das Bild in ihre Studien der Kunst um die Jahrhundertwende auf und kamen im Groben zum gleichen Ergebnis.
Die starre Verschmelzung der beiden Personen wird durch den Kuss fortgeführt, die Körperlichkeit wird durch die abstrakten Ornamente aufgehoben und spielt so mit der geschlechtlichen Symbolik. Zugleich ist festzustellen, dass die Frau kniend dargestellt ist und sich so dem Mann unterwirft.
Die hohe Beliebtheit des Gemäldes lässt sich wohl darauf zurückführen, dass sich der Betrachter in der Vielfältigkeit der Liebe verlieren kann, die eingebettet in das üppige Gold zur Geltung gebracht wird.